Ehrenamt in Vielfalt

Das Projekt Ehrenamt in Vielfalt widmet sich der Schnittstelle Flucht, Migration und Behinderung. Unser Projekt möchte dazu beitragen, dass alle Menschen eine angemessene Unterstützung bekommen. Hierzu bieten wir 2019 zweitägige Praxisseminare für Mitgliedsorganisationen des Bundesverbands für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (bvkm) an. Die Praxisseminare schließen an eine erfoglreiche Tagung im Mai 2019 an.

Folgende Fragen möchten wir u. a. in den Seminaren beantworten:

  • Die Türen stehen offen. Warum kommen trotzdem so wenig Menschen mit
    Flucht- und Migrationsgeschichte in den eigenen Angeboten an?
  • Wie kann Zugang für alle ermöglicht werden?
  • Welche Angebote haben sich in der Praxis als erfolgreich herausgestellt?
  • Wem stehen welche Leistungen zu?

Hintergrund des Projekts

In Deutschland leben geschätzt 2 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund und einer Behinderung. 10 bis 20 Prozent der Menschen mit Fluchterfahrung haben nach Schätzungen eine Beeinträchtigung. Viele Menschen werden statistisch nicht erfasst und ein großer Teil kommt im Hilfesystem nicht an – sie bleiben unsichtbar. Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte haben aber einen schlechteren Zugang zur Gesundheitsvorsorge und zu Angeboten der Behindertenhilfe. Sie werden erheblich früher Pflegefälle und haben ein höheres Risiko einer Beeinträchtigung – beispielsweise durch eine Traumatisierung und medizinische Unterversorgung.

Alismaeel-MahmoodWarum nutzen Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte das Hilfesystem so viel
weniger? Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, gibt es für sie besondere Barrieren.

Beispiele für Barrieren:

sprachliche: Es gibt kaum mehrsprachige Angebote. Die oft schwierige Schriftsprache in Formularen oder Flyern überfordert besonders Nicht-Muttersprachler*innen. rechtliche: Die sozialen und medizinischen Leistungen hängen von Aufenthaltsstatus und Herkunftsland ab.
personelle: Im Hilfesystem gibt es wenige Menschen die kulturempathisch beraten können. psychologische: Diskriminierung führt zu Unsicherheit und Vermeidung im Kontakt mit offiziellen Stellen.
soziale: Den Ratsuchenden fehlt oft der Zugang zu Netzwerken mit für sie wichtigen Informationen.

Das Projekt Ehrenamt in Vielfalt wird von MINA – Leben in Vielfalt e.V in Kooperation mit dem Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V. (bvkm) durchgeführt.

Gefördert durch:
die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration

LOGOS-ZUSAMMEN

 

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